Herkunft – Der Ursprung des Karate geht bis ins sechste Jahrhundert n. Chr. zurück. Karate in seiner heutigen Form entwickelte sich insbesondere auf der Insel Okinawa. Die Inspiration zu dieser Kampfkunst geht ursprünglich auf den buddhistischen Mönch Daruma Taishi (Bodhidharma) aus Süd-Indien zurück, der seine Kampfkunst nach China brachte. Dort entwickelte sich über die Jahrhunderte die Kunst des Chuan-fa (Wushu), aus dem das heutige Kung-Fu (jap. Kempo) hervorging. Die bekanntesten Vertreter sind die Mönche des Shaolin-Klosters, die als Bewahrer der chinesischen Kampfkünste gelten.

Karate kommt nach Okinawa – Durch die regen Handelskontakte Okinawas zu Japan, China und Korea gelangten erste Eindrücke chinesischer Kampftechniken auf die Insel, wo sie als Okinawa-Te, Tode oder schlicht Te bezeichnet wurden – wörtlich „Hand", im übertragenen Sinn „Technik".

Der Aufschwung des Karate – Im 15. Jahrhundert (ca. 1416) wurde auf Okinawa das Tragen jeglicher Waffen verboten, wodurch die waffenlose Kampfkunst zunehmend an Bedeutung gewann. Nach der Unterwerfung durch den japanischen Satsuma-Clan 1609 schlossen sich 1629 die großen Meister zu einem geheimen Bund zusammen; Te wurde fortan nur noch im Geheimen weitergegeben.

Das Verbot und die Folgen – Da Aufzeichnungen fehlten, wurde das Wissen mündlich von Meister zu Schüler überliefert. Um Techniken lehrbar zu machen, bündelte man sie in festgelegten Bewegungsabläufen – den Kata –, die bis heute das zentrale Medium der Karate-Tradition sind.

Die Verbreitung des Karate – Mit der Meiji-Restauration wurde Okinawa 1875 japanische Präfektur. 1902 wurde Karate offizieller Schulsport auf Okinawa. Meister wie Kanryo Higashionna (Naha-Te) prägten die Entwicklung; seine Schüler Chojun Miyagi und Kenwa Mabuni begründeten die Stile Goju-Ryu bzw. Shito-Ryu. Gichin Funakoshi brachte Karate ab 1921 nach Japan und gründete 1924 sein erstes Dojo; sein Buch „Karate-Do Kyohan" erschien 1935. Über die USA verbreitete sich Karate ab den 1950er-Jahren auch in Europa, seit 1957 in der Bundesrepublik Deutschland.

Verbände und Organisationen – Dachverband aller großen Stilrichtungen in Deutschland ist der Deutsche Karate Verband (DKV), dem auch der Goju-Ryu Karate Bund Deutschland (GKD) angehört. International zuständig ist die World Karate Federation (WKF).